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2009 - Margret Mulsow Drucken

Margret Mulsow und Gruppe

Impressionen einer Reise nach Trinidad /Tobago vom 01.03. bis 21.03. 2009

So ist es immer wieder: man liest die Reiseführer, bereitet sich mit ornithologischen, literarischen und botanischen Büchern vor- und dann ist es vor Ort so ganz anders, als man erwartet hat. Und zwar im positiven Sinne.

Das liegt daran, dass man weder die Gerüche, die Klangfarbe der Sprache, die Rufe und Gesänge der Vögel, die besonderen Stimmungen am frühen Morgen, späten Abend und in der Nacht, den Geschmack der fremden Gewürze, Getränke und Speisen schriftlich darstellen kann - erst recht nicht die freundlichen Kontakte mit den Menschen.
Wir waren 2 Wochen zu sechst auf Trinidad, eine Woche zu fünft auf Tobago, die dritte Insel "LittleTobago" besuchten wir für 5 Stunden  mit einem Fischerboot. Dort brüten 3 verschiedene Tölpelarten und richtig viele der eleganten Tropicvögel. Wenn die mit ihren beiden langen Schwanzfedern an einem vorbeisegeln, erscheint es einem, als träume man.
Trinidad hat mit den Northern Range ein relativ intaktes Regenwald- Gebiet. Riesige Bäume, über und über bewachsen mit Bromelien, Farnen, Moosen, Lianen und Orchideen begeistern hier und ohne fachkundige Ornis ist man ziemlich hilflos beim Bestimmen der Vögel, die sich oft nur durch Rufe bemerkbar machen. Auch  Zikaden und Frösche sind nicht zu überhören- aber gefunden haben wir nur einen! Frosch. Dafür haben wir immer wieder Fledermäuse fliegen sehen (viele sind tagaktiv), abends kam eine Art zum Mangos fressen in den Garten viele hingen in Reihen oder in dicken Haufen in alten Bunkern oder am Haus oder sie kamen zu den Feedern die eben noch die Kolibris besucht hatten. Unglaublich!
So viele Kolibris (13 Arten) haben wir noch nie gesehen. mein Liebling war der Ruby Topaz.
Der leuchtet je nach Sonnenbestrahlung mal grün, dann blau, mal gelb oder rot. Diamanten der Lüfte! Das passt haargenau. Eine Art brütete: das Nest war wie ein Törtchen mitten auf ein großes waagerechtes Blatt geklebt und das Tier ragte mit dem Kopf und dem Schwanz weit über den Nestrand.
Ein weiteres Highlight war die Eiablage einer Lederschildkröte, 160cm lang und 105 cm breit schaufelte sie sich den Strand hinauf (bei Vollmond!), begann vor unseren Füßen ein Loch zu graben und begann mit der Eiablage. 30 tischtennisballgroße Eier fielen plop-plop-plop in das Loch. Als „Abstandhalter" werden kleine, unbefruchtete, dazwischen platziert. Bis August wird sie alle zehn Tage Eier ablegen. Aus den Eiern im oberen Strandgebiet werden Weibchen schlüpfen. Mich hat dieses Erlebnis ganz ehrfürchtig werden lassen- seit Jahrmillionen  geschieht dieses Ritual. Da kann man nur hoffen, dass der Mensch noch rechtzeitig seine Verantwortung erkennt.
Auf Tobago konnten wir noch eine weitere Wunderwelt bestaunen: die Korallenriffe liegen dort ganz nah vor der Küste.  Tintenfische ziehen an uns vorbei, plötzlich sind wir von großen blauen Doktorfischen umgeben, am Boden liegt ein großer Rochen, Ronald entdeckt eine goldglänzende Seemaus, Papageienfische und tausende kleiner wendiger Fischchen lassen uns ganz aufgeregt werden. Die Korallen sind hier auch eine Augenweide: kugelrunde, Polster, Fächer, fingerförmige, zerklüftete- alle Farben und Formen. Unbeschreiblich.
bei der Bestimmung ist es ähnlich wie bei den Vögeln: man hat sich zu wenige Merkmale eingeprägt. Mir ist das auch nicht so wichtig, den Artnamen zu wissen.
Ebenso bunt und vielfältig wie die Vogel-Pflanzen- und Unterwasserwelt sind auf T&T die Menschen. Allein die Frisuren von Frauen und Männern zu beschreiben, würde Seiten füllen.
Die meist schlanken, dunkelhäutigen Menschen haben Freude daran, sich herauszuputzen und ihre Individualität zu dokumentieren. So verschiedenartige Geschöpfe habe ich noch nirgends gesehen. Wir hatten das Glück, nur freundliche, zugewandte Menschen kennen zu lernen. Wenn man die eingegitterten Häuser und Grundstücke dort sieht, ahnt man, dass die Kriminalität hoch  sein muss. Unser Guide William war auch sehr besorgt um uns und hat uns sein Land, das so viele Facetten hat, wunderbar gezeigt. Wir haben Märkte besucht, den Pitchlake (dort kommt der beste Asphalt einfach so aus der Erde) kennen gelernt, Wanderungen im Regenwald unternommen, abends die Roten Ibisse in die Mangroven einfallen sehen, eine Anturienfarm und die Aripo Savannah (eine ganz besondere, geschützte Landschaft) besucht,gesehen, wie die  Steeldrums hergestellt und gespielt werden und wir konnten miterleben, wie in einem Club getanzt wurde. Alles vom Feinsten!

Margret Mulsow/ Hamburg